SAFE – Selbstverteidigung

Selbstverteidigung oder Kampfsport? Der Große Unterschied!

Wenn von Selbstverteidigung gesprochen wird, haben die meisten Menschen ganz unterschiedliche Vorstellungen von diesem Begriff!

Oft wird Selbstverteidigung mit Kampfsport gleich gesetzt, was aber leider nicht richtig ist!

Kampfsport hat eine ganz anderes Zielsetzung.

Meiner Meinung nach eine sehr lohnende Zielsetzung! Aber eben nicht die Zielsetzung der ausschließlichen Selbstverteidigung. Wie die Bezeichnung SPORT schon erklärt, geht es dort um wettkampforientierte Ziele.

Es geht um Gesundheit, Teamwork und das Entwickeln eines sportlichen Handwerks.

Im Wettkampf geht es dann mit stileigenen Angriffen, Sicherheitsregeln, Schutzausrüstung und der Gewissheit, dass ein Schiedsrichter (bzw. Ringrichter) anwesend ist, um den sportlichen Erfolg. Wer würde sonst sein Kind in einen Kampfsportverein schicken, wenn die Zielsetzung Fremdverletzung ist und das Kind mit  fast immer mit körperlichen und seelischen Verletzungen Nachhause kommt.

Bei der Selbstverteidigung liegt die Zielsetzung daher anders. Es geht darum, so wenig Schaden wie möglich zu erleiden und die Gefahrensituation so schnell wie möglich hinter sich zu lassen. Optimal ist es die Fähigkeiten in der körperlichen Selbstverteidigung im Ernstfall niemals anwenden zu müssen!

Wenn doch, spielen hier Punkte wie Verhältnismäßigkeit, juristische Konsequenzen, körperliche Vorraussetzungen (faire Gewichtsklassen gibt es nicht), Wahrnehmung und Kommunikation eine wichtige Rolle.

Daher ist das Zusammenspiel von Selbstbehauptung, Gewaltprävention und Selbstverteidigung oft von entscheidender Bedeutung.

Viele der aktuellen (sehr effektiven)  Selbstverteidigungssysteme für Erwachsene, erfüllen zwar die kämpferischen Zielsetzungen einer Selbstverteidigung, binden aber (meistens) zu wenig die oben genannten Bereiche mit ein.

Sicherlich auch oft, weil Experten für Nahkampf nicht zwangsläufig auch Experten für Kommunikation (besonders nicht im Bereich Kinder und Jugendliche) und Gewaltprävention sind. Auch wenn ich das Glück hatte einige wenige kennenlernen zu dürfen.

Aber gerade bei Kindern muss hier noch weiter umgedacht werden.

Während Notlösungen bei Erwachsenen oft sehr brutal sind oder eine gewisse körperliche Voraussetzung benötigen, liegt der Bedarf und die Möglichkeit bei Kindern an anderer Stelle!

Hier sprechen wir (erstmal) über Konflikte mit anderen Kindern.

Dort geht es dem Verteidiger natürlich weder um Fremdverletzung noch um Leben und Tod.

Konflikte können hier immer wieder auftauchen, vor allem regelmäßige Konflikte mit bestimmten Kindern.

Hier geht es darum sich zu schützen, eine Grenze zu ziehen und zu zeigen, dass ich mich als Kind verteidigen und schützen kann. Nicht nur für den Moment, sondern generell.

Natürlich geschieht dies alles mit dem Versuch der Deeskalation und auch der Hilfestellung ggf. durch Schulsozialarbeit oder der Lehrer.

Wenn körperliche Übergriffe aber nicht aufhören, braucht das Kind natürlich trotzdem ein effektives aber  verhältnismäßiges Konzept zum Selbstschutz.

Hier kommt jetzt unsere SAFE Selbstverteidigung ins Spiel!

Zweifellos  haben wir  die Techniken hier nicht immer komplett neu erfunden, sie aber den Zielsetzungen und den körperlichen Voraussetzungen von Kindern angepasst.

Elemente aus folgenden Systemen finden sich unter anderem in unserer SAFE Selbstverteidigung wieder:

  • Wing Tsun
  • Krav Maga
  • Brazilian Jiu-Jitsu

Hierbei arbeiten wir allerdings nicht Technik, sondern Prinzipien orientiert.

Folgende Punkte Zeichnen die SAFE Selbstverteidigung aus:

  • Unsere Selbstverteidigung ist schnell abrufbar und einfach
  • Unsere Selbstverteidigung entspricht körperlichen Voraussetzungen von Kindern
  • Unsere Selbstverteidigung funktioniert in der Realität
  • Unsere Selbstverteidigung ist verhältnismäßig
  • Unsere Selbstverteidigung folgt Prinzipien und nicht Techniken
  • Unsere Selbstverteidigung wird durch gute Lehrer (mit dem Schwerpunkt auf Didaktik mit Kindern) gelehrt.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass sich die Grundlagen unseres Systems zu Beginn mit Konflikten durch andere Kinder oder Jugendliche auseinandersetzt.

Ein gut trainiertes Kind, wird natürlich mit einem Erwachsenen Angreifer immer an seine Grenzen stoßen.

Bei Übergriffen durch Erwachsene ist daher die Prävention und Aufklärung die beste Verteidigung!

Aber ja, auch hier trainieren wir mit Kindern „Notfalllösungen“ um ggf. eine Flucht zu ermöglichen oder Hilfe holen zu können.

Dort stehen dann selbstverständlich andere Zielsetzungen, welche realistisch betrachtet werden müssen, im Fokus.

Ronnie Wellnitz – Vater von drei Töchtern